Allgemeines

Meine Ausbildnerin, Savina Tilmann (Heilpraktikerin für Psychotherapie), hat mir u.a. folgendes über Achtsamkeit mitgegeben:

Achtsamkeitspraxis ist ursprünglich eine buddhistische Praxis, die besonders beim Meditieren wichtig ist. Hierzulande ist sie durch Jon Kabat-Zinn (ein emeritierter Professor an der University of Massachusetts, der Achtsamkeitsmeditation zum Stressabbau und zum Umgang mit Angst und mit Krankheiten unterrichtet) bekannt geworden, und erfreut sich seither eines immer größer werdenden Rufes.

„Achtsamkeit heißt, in unserem Leben ganz wach zu sein, jeden Moment in all seiner Lebendigkeit, seiner Wirklichkeit, seinen Freuden und Sorgen so zu erfahren, wie er ist.“ (Jon Kabat-Zinn)

Allenthalben werden Kurse für Achtsamkeit angeboten und der Begriff ist in aller Munde. Achtsamkeit ist eine wichtige Grundhaltung, die wir einüben bzw. schulen können.

Wovon genau reden wir?

  • Achtsamkeit ist eine offene, nicht wertende, akzeptierende (mitunter neugierige) Haltung gegenüber allen auftretenden Emotionen, Körperempfindungen und Gedanken.
  • Achtsam handeln bedeutet, sich vollständig dem zuzuwenden, was man gerade tut oder was gerade passiert, ohne das zu bewerten.
  • Achtsam sein heißt, ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Wozu ist es nun gut, diese offene, nicht wertende Haltung gegenüber allem zu haben, was gerade in mir auftaucht, seien es Gedanken, Gefühle oder Empfindungen?

Achtsamkeit dient dazu, sich im Hier und Jetzt zu verankern.

Das hat vorteilhafte Folgen:

  • kreisende Gedanken ebben ab – man wird ruhiger
  • Stress wird reduziert (entspannende Wirkung/Stressbewältigung)
  • Angst vor Vergangenheit und Zukunft hat kaum mehr Raum (weder die Vergangenheit noch die Zukunft sind im Hier und Jetzt)
  • Achtsamkeit hilft, einen inneren Beobachter zu etablieren (durch „sich selbst spüren und erforschen“)
  • bewusstes Wahrnehmen der Wirklichkeit
  • Entschleunigung
  • Loslassen
  • Genießen
  • Ich darf das! (sich das Entschleunigen und Genießen erlauben)

Jeder Mensch hat die Fähigkeit achtsam zu sein und Momente ungeteilter Aufmerksamkeit zu erleben.
Wie ausgeprägt und dauerhaft dieses bewusste Wahrnehmen unserer Sinneseindrücke oder unseres Denkens, Fühlens und Handelns ist, hängt ohne Übung zunächst von der persönlichen Prägung des Einzelnen ab.
Jeder kann, durch regelmäßiges Üben, dieses uns allen innewohnende Talent weiterentwickeln. Man kann das direkt mit dem Erlernen anderer Fähigkeiten vergleichen, wie etwa dem Spielen eines Musikinstruments.

Thich Nhat Hanh sagt: „ Wer drei Schritte bewusst gehen kann, der kann auch vier oder fünf oder gar sechs Schritte bewusst gehen.“

Die gleiche Aussage gilt für das bewusste Wahrnehmen unseres Atmens bei der Meditation. Wenn ich drei bewusste Atemzüge machen kann, so kann ich mit entsprechender Übung immer mehr Atemzüge bewusst wahrnehmen, bevor ich mich durch meine Gedanken für kürzere oder längere Zeit davontragen lasse. Mit der Übung wird dieses Abschweifen seltener und kürzer. Regelmäßiges Meditieren oder regelmäßiges Üben von Achtsamkeit stellt im Grunde genommen eine ‚Geistesschulung‘ oder mentales Training dar.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Mahatma Ghandi)

Achtsamkeit und Mediation zu üben bedeutet immer und immer wieder zu versuchen, im Hier und Jetzt zu sein, zu versuchen in Balance zu bleiben bzw. zur inneren Balance zurückzufinden. Mit zunehmender Balance treten auch ‚innere Kämpfe‘ in den Hintergrund, bei denen wir z. B. verzweifelt sind oder die uns antreiben. Achtsamkeit üben heißt auch zu versuchen, den jetzigen Augenblick und das ganze damit verbundene Erleben in einer möglichst nicht wertenden, wohlwollenden und offenen Haltung anzunehmen. (vgl. Reinhard Mundt, Buddhistisches Meditationszentrum, Heidelberg-Handschuhsheim; http://www.achtsamkeit-hd.de/)

„Durch die systematische Schulung der Achtsamkeit, die wir während der Meditation und ähnlichen Übungen trainieren, gelingt es uns besser, auch im Stress achtsam zu bleiben. So können wir entscheiden, wie wir in schwierigen Situationen reagieren wollen und verfallen weniger in automatische Reaktionsweisen.“ (Jon Kabat-Zinn)

Ich unterstütze und begleite Sie gerne auf dem Weg zu dieser Haltung bzw. Lebensweise!